was ist das?
Shiatsu
Irgendwie ist es die Fortführung einer langen Entwicklungsgeschichte…. Und da
bin ich auch schon mittendrin:
Der Shiatsu, den wir hier praktizieren, ist eine Behandlungsmethode für den
Körper, die versucht über Finger-, Daumen-, Ellenbogendruck auf den
Meridianen, den Energieleitbahnen des Körpers, den Energiefluss, das
Energiesystem des Körpers zu harmonisieren, Blockaden und Verspannungen zu
lösen und somit ein Wohlbefinden im Körper wiederherzustellen.
Ganz wunderbar, das ist so vielsagend, wie wenn man versucht Fußball zu
erklären mit: Fußball spielt man mit einem Ball…. Klar, Fußball ohne Ball geht
genauso wenig wie Shiatsu ohne den „Druck“ der Hände oder Daumen.
Aber das ist eben nur die Ausdrucks-, die Erscheinungsform all dessen, was
dahintersteckt. Im Fußball ist es das Können, die Technik, die Taktik, das
Training – im Shiatsu scheint es mir manchmal wie ein ganzer eigener Kosmos.
Diesen zu durchdringen, zu verstehen, ein Stück zu begreifen, zu verinnerlichen
– für mich ist das noch immer die Herausforderung einer „fremden Welt“ zu
begegnen, sie in ihrer Vielschichtigkeit und Tiefe wahrzunehmen.
Allein schon diese Begrifflichkeiten: Meridiane, Energiesystem, Elemente,
Wandlungsphasen, Qi oder Ki, Yin und Yang, Polarität…. ganz ehrlich, als ich
damit angefangen bin auf einem Bildungsurlaub mal darein zu schnuppern,
haben sich mir als medizinisch-wissenschaftlich denkender Mensch die
Synapsen im Kopf verdreht.
Klar, als Yogalehrer bin ich mit den Konzepten des Prana, der Lebensenergie und
dem Chakrensystem mehr als vertraut, arbeite im Yogaunterricht viel damit. Als
osteopathisch arbeitender Manualtherapeut (oder umgekehrt) arbeite ich
ständig mit den eher subtilen Äußerungen im Körper wie dem cranio-sacralen
Rhythmus, der Mobilität und Motilität der Organe usw., aber als ich in diesem
Kurs auf irgendwelchen vorgezeichneten „Energiebahnen“ rumdrücken sollte
und da sollte auch noch was passieren – da war ich hoffnungslos überfordert:
ich wollte schreien: ich kann Körper, da weiß ich, was ich spüre, das ist fest, das
ist Struktur, das kann ich auf allen Ebenen fühlen … aber nein, Klaus, nicht auf
allen Ebenen … eine Ebene nimmst du viel zu wenig wahr, ….nämlich die
Energetische!!!
Es hat zwar leider nicht plötzlich klick“ gemacht und dann spürte und sah ich
Energie auf allen Ebenen – tatsächlich gar nicht, traurig, ich weiß…., aber ich
empfand es plötzlich als eine Art Mangel, diese Qualität so wenig in meine
Arbeit, mein Denken und Wahrnehmen einzubeziehen.
Ich weiß ja, dass ich die „Werkzeuge“ dafür habe: eine recht ausgeprägte
Wahrnehmungsfähigkeit, ich spüre ja den Energiefluss meiner Hände, den
Kontakt mit den Menschen, der ja nicht nur strukturell ist …. Aber das
„eintunen“ auf das Energiesystem des Menschen, auf seine/ihre
Energieleitbahnen, das meditativ-wahrnehmende Einlassen darauf … da musste
in meinem Kopf, in meinem Denken doch noch einiges passieren (… und es
passiert noch immer so vieles ….). Viele, die mich kennen, wissen, dass ich
nichts Halbgares mache oder anbiete. Ich bleibe immer ein Lernender, ich kann
nur etwas für Menschen anbieten, dass mit mir korrespondiert, in Resonanz mit
mir geht, das ich in dieser Resonanz verstehen und durchwirken kann. So
gesehen hat mich Shiatsu wirklich „gepackt“…. Seine Vielschichtigkeit offenbart
sich mit jedem Menschen, den oder die ich behandeln darf, aus dem „auf
irgendwelchen bunten Linien rumdrücken“ ist ein ganz neuer Erfahrungs- und
Behandlungsraum geworden, ein ganz neuer Wahrnehmungsraum.

Also, was machen wir denn jetzt im Shiatsu?
Wir drücken mit den Daumen, Händen, Ellbogen auf den Meridianen rum,
massieren sie, weil es ja Shiatsu Massage heißt …. Hilfe, ja… nein …
Unsere Hände sind nur die „Werkzeuge“ der Berührung …., vieles andere würde
ich gerne erklären ( …. und dabei leider etwas ausholen und das ganz bestimmt
ohne irgendwelchen Anspruch auf Vollständigkeit…).
Kurz vorweg: der Shiatsu, den wir hier praktizieren, ist Zen-Shiatsu, der
hauptsächlich von Shizuto Masunaga in Japan weiterentwickelt wurde. Er hat
im Prinzip eine Synthese geschaffen aus alten traditionellen japanischen
manuellen Techniken (Gelenkmobilisation, Dehnung, Rotation etc,) zur Lösung
von Blockaden in Verbindung mit dem Meridiansystem, das wir aus der
chinesischen traditionellen Medizin kennen (das z.B. bei der Akupunktur oder –
pressur verwendet wird).
Dieses System aus der TCM wird hauptsächlich in der TCM für die „organische“
Behandlung benutzt und entsprechend der Yin- und Yang-Polaritäten, der Lehre
der Hohl- und Speicherorgane, der Lehre der Essenzen etc. werden
entsprechend funktionalisierte Organbehandlungen über die Meridiane
durchgeführt.
Im Shiatsu spielen natürlich auch Polarität, Elemente/Wandlungsphasen,
Essenzen etc. eine große Rolle, sie sind aber mehr das Hintergrundwissen, das
immer da ist und abläuft.
Masunaga hat das System der Meridiane erweitert, holographischer gemacht,
entfunktionalisiert.
Erst einmal: Was ist denn Energie überhaupt, was ist
Ki?
Energie umgibt uns immer und überall, ohne dass wir sie sehen oder dass wir
uns ihrer bewusst sind. „Strom“, Elektrizität ist polarisierter Ionenfluss der seine
Ladung abgibt, ohne den keine Birne leuchten würde, ohne den kein Nerv im
Körper sein Signal zum Zielort senden könnte. Gravitation ist
Anziehungsenergie, ohne die wir keine Bodenhaftung hätten, ohne die der
Mond nicht die Erde umkreisen würde und zusammen mit der Fliehkraft/-
energie für Ebbe und Flut sorgt. Dunkle Energie durchwirkt den ganzen Kosmos,
nur verstehen wir sie noch nicht so ganz – alles besteht aus Energie, Energie hat
sozusagen ihr eigenes Feld, wir kennen es sichtbar gemacht aus dem
Physikunterricht z.B. als Magnetfeld.
Wir können Energie kanalisieren, in Kabeln fließen lassen und so nutzen.
Aber das Wesen von Energie ist, dass es Felder hervorbringt, wie eben das
Magnetfeld, das man sichtbar machen kann. Energie fließt, oft von einem Pol
zum anderen, fließt in seinem Feld, schafft energetische Resonanzräume.
Vielleicht nehmen wir das sogenannte Hintergrundrauschen im Weltall mal als
energetischen Resonanzraum wahr, der uns von Ururzeiten erzählt, wer weiß ….
.
Wenn man aber der Schulmedizin damit kommt, dass der Mensch ja auch ein
Energiefeld besitzt, dass dieses Feld ein richtiger Resonanzraum ist, ein
Resonanzraum, in dem „energetische Interaktion“ stattfindet, hm, ja, da wird es
schwierig. Warum eigentlich? Weil wir es nicht messen können, nicht wirklich
darstellen können (ähnlich ist es in der Osteopathie mit dem cranio-sacralen
Rhythmus ist, da „glaubt“ kaum ein Mediziner dran, obwohl spürbar, nur mit
unseren bisherigen Mitteln nicht messbar). Aber wir können uns darauf
einlassen mit unseren Sensoren als Mensch. Diese Sensoren sind u.a. fühlen,
wahrnehmen, tiefes Einlassen, Hinwendung, (energetische) Qualitäten
wahrnehmen, zuhören und ertasten (das waren auch alles einmal die besten
ärztlichen Qualitäten).
Im Shiatsu geht es genau um diese Qualitäten, da treffen der Resonanzraum
des Gebenden und des Empfangenden zusammen, interagieren. Der „Druck“
der Hände, Daumen ist nur das manifeste Verbinden, es stellt sozusagen die
Verbindung mit den Meridianen dar, um diese wahrzunehmen, sich auf diese
Energie einzulassen, ihren Rhythmus, ihre ureigene energetische Qualität –
nicht als Bewertung, sondern als Wahrnehmung: „ahh, so spürt sich deine
Qualität an“. Der energetische Resonanzraum hat seinen „Ursprung“ im Hara,
im Unterbauch, unserem energetischen und auch physischen Zentrum.
Wenn wir von Meridianen so häufig als Energieleitbahnen sprechen, stellt man
sich diese gerne als „Kabellinien“ vor, in die man ggfs. auch Nadeln reinstechen
kann. Aber eben genau das sind sie nicht – auch, wenn wir uns das leichter
vorstellen können, leichter als das, was sie sind: schwingende, energetische
Resonanzräume, die alles im Körper, jede Zelle, jedes Organ durchwirken.
Meine Vorstellung ist oft: wir haben 12 Meridianpaare.
Eine Gitarre hat in der Regel sechs Saiten. Hält man eine Saite einfach so
gespannt in der Luft und zupft daran, macht es vielleicht Pling oder Plingpling.
Sechs Saiten gespannt an den Klang- bzw. Resonanzkörper – da kommt was ins
Schwingen. So auch mit den Meridianen: wenn sie in ihrem Resonanzraum
berührt werden, kommt Energie ins Fließen.
Und was für Energie fließt da?
Strom etwa? Auch, wenn es sich manchmal so anfühlen mag, eher nicht.
Es ist das Ki (japanisch), Qi (chinesisch), Prana (Sanskrit), Lebensenergie
(deutsch).
Ein sehr, sehr umfassendes Wort. Gibt es die wirklich? Oder ist es einfach nur
ein metaphysisches Konstrukt? Ist sie messbar?
Hier hört unser Wissen auf…. und wir dürfen wieder auf anderer Ebene
wahrnehmen – und diese mit unserem Wissen verbinden.
Kann man sich denn vorstellen, dass etwas nur aus sich heraus einfach wächst,
blüht, lebt, gedeiht, vergeht, wenn nicht eine Urkraft dahinterstecken würde,
die nur eines will: LEBEN. Und dass Leben gewollt ist.
Diese Urkraft ist allem Lebendigen immanent, sie ist die Energie, die sich im
Leben, im Lebendigen ausdrücken will.
Ich glaube, dass alle biochemische, hormonelle, nervale und welche Prozesse
im Körper und Gehirn auch immer, Ausdruck, Manifestation der Energie sind,
die darin immanent ist und sich ausdrücken will, lebendig sein will.
In unserer/meiner christlichen Vorstellung ist es der Lebenshauch Gottes, der
uns eingegeben wurde, im Taoismus ist es DAS EINE, das DAO, das die Zwei,
sprich Yin und Yang (also die Polarität) hervorgebracht hat, aus ihrem
Zusammenwirken und sich gegenseitig bedingend, ist das Ki entstanden, daraus
sind die zehntausend Dinge entstanden, sprich alles, was auf Erden und im
Kosmos existiert.
(sorry, Zwischengedanke: das Eine, das Dao, genauso auch unser Gott im
Christlichen Denken, mussten Polarität (siehe Mythos Adam und Eva, die
Unterscheidung von Polarität, u.a. von Gut und Böse sind nachher daraus
entstanden, Yin und Yang) ermöglichen, damit Entwicklung und Erkenntnis in
Gang gesetzt wird – scheinbar hätte nur Paradies, nur das Eine, sich nicht
entwickelt. Es scheint, als könnte das Göttliche nur durch die Polarität als das
über der Polarität stehende Göttliche erkannt werden.)
Diese Lebensenergie, das Ki, schwingt in jedem Meridian in seiner eigenen
Qualität, als Meridianqualität, die bei jedem Menschen in seiner eigenen
Qualität schwingt.
Wenn man das zuvor genannte als zugrunde liegendes Denken, als Basis nimmt,
ist die häufig genannte „Erklärung“: Shiatsu ist die sanfte Berührung und Druck
auf den Meridianen“ nur der mechanische Aspekt, der „tätige Ausdruck“ des
Shiatsu. Allein das ist schon sehr wohltuend ….. aber Zen-Shiatsu ist so viel … so
viel mehr!!!
- Es ist das meditative Einlassen auf den Menschen, der behandelt wird.
- Es ist die Berührung der energetischen Felder des behandelten und des
behandelnden Menschen. - Es ist der Energiefluss zwischen den Händen und dem Hara des
Behandelnden und des Menschen, der behandelt wird. - Es ist das Wahrnehmen von ggfs. zu viel und ggfs. zu wenig in den
Polaritäten des Energieflusses der Meridiane. - In der TCM geht es immer darum herauszufinden, welche Meridiane „das
Zuviel“ und welche „das Zuwenig“ haben und so zu Ungleichgewicht im
energetischen System und letztlich zu organischen Störungen führen.
Dieses wird versucht wieder ins Gleichgewicht zu bringen mit den Mitteln
der TCM. Das ist so nicht das „Ziel“ des Shiatsu. Die „Harmonisierung des
Ungleichgewichts“ ist nicht in dem Sinne das „Ziel“ des Zen-Shiatsu, als
dass es „korrigierend“ eingreift und das Symptom behandelt. Die
Veränderung „passiert“ schon durch die Wahrnehmung (siehe
Quantenphysik), die „Harmonisierung“ vielleicht schon dadurch, dass sich
„ das Zuviel“ oder „das Zuwenig“ zeigt und be“Hand“elt werden möchte. - Ja, es ist subtil, Shiatsu kommt ohne „Effekte“ aus, „Ausgleich passiert“,
ohne, dass wir das als plötzliches Ereignis wahrnehmen müssen. - Es ist das tiefe Verständnis dafür, dass Körper, Geist und Seele
zusammengehören und Teil des Ganzen sind. - Es ist das Verständnis dafür, dass alles in Zyklen und Rhythmen abläuft,
dass das Vergehen des Einen schon die Wiedergeburt des Anderen in sich
trägt und der Höhepunkt des Einen schon seinen Keim des Vergänglichen
in sich hat ( im Hochsommer ist schon der Hauch des Herbstes spürbar),
Werden und Vergehen sind der Rhythmus des Lebens und nur so kann
sich das Lebendige stets neu (er-)schaffen. - Im Shiatsu, wie in der TCM, kommt all das in den Polaritäten der Yin- und
Yang-Meridiane zum Tragen, wird deutlich in der
„Elementezugehörigkeit“, in den Wandlungsphasen. Diese durchwirken
die Meridiane genauso wie unser ganzes Leben in seinen Rhythmen,
Wandlungen von einem Lebensabschnitt zum anderen, dem täglichen
Rhythmus der Organuhr, wie dem Rhythmus der Jahreszeiten.
Vielleicht ist es wichtig zu verstehen: Es gibt nicht Yin und Yang selbst.
Es ist ein Prinzip, das die Erscheinungsform der Welt in ihrer sich ständig
ergänzenden, sich gegenseitig bedingenden und voneinander abhängigen
Gegensätzlichkeit erklärt. Es gibt kein gut ohne böse, wir würde Liebe wohl
nicht so empfinden, gäbe es nicht die Lieblosigkeit oder den Hass usw. und alles
trägt immer den Keim des anderen in sich.
- Shiatsu ist keine Therapieform, Energiefluss kann man nicht therapieren –
und trotzdem ist es eine Begleitung auf vielen Ebenen. - Shiatsu gibt keine Heilsversprechen, Heilung kann man nicht machen, sie
ist ein Prozess – vielleicht der Prozess, sich wieder mit der Quelle, der
Urenergie, den Rhythmen des Lebens, der/dem AllEinen zu verbinden,
egal, welchen Namen es trägt. Heraus aus dem Kreisen um das eigene
kleine Ego, wieder in die Verbindung mit dem, was unser wirkliches
Menschsein ausmacht. - Der/die Behandelnde nimmt wahr, will nicht „manipulieren“, hat nicht
die Absicht, jemanden oder etwas verbessern zu wollen (weil das
implizieren würde, dass der/die Behandelnde „die Lösung“ hat – hat
er/sie nicht!), so gesehen ist die Behandlung nicht zielgerichtet, hat nur
das Ziel, das kein Ziel ist, wahrzunehmen und zu begleiten, in Resonanz
zu gehen, die Möglichkeit der energetischen Harmonisierung zu
verbessern – es ist so vorsichtig formuliert, weil der/die Behandelnde
„nur“ den Resonanzraum schaffen kann, er/sie bringt nicht „aktiv“ die
Energie des behandelten Menschen zum Fließen. Aber: wo
Resonanzräume sich begegnen, kommt etwas ins Fließen, so, wie die
Klänge verschiedener Instrumente in ihrer Resonanz miteinander erst die
SynPhonie ergeben. - Eine Behandlung kann hilfreich sein, aber, wenn all das ein Prozess
werden soll, ist es sinnvoll, einen Prozess über mehrere Behandlungen zu
begleiten. Und ganz klar: - Genauso, wie in der Osteopathie, ist es auch im Shiatsu: der/die
Behandelnde ist eine Begleitung, die Behandlungen sind vielleicht
Initialzündungen, die etwas in Bewegung bringen, erkennen lassen. Wie
dieses „in Bewegung bringen“, diese Schwingung in Ihnen weiterläuft,
das ist ganz und gar Ihre Entscheidung. Ich kann mit Ihnen (ähnlich wie in
der Physiotherapie oder Osteopathie) etwas auf den Weg bringen – Sie
entscheiden immer, ob und welchen Weg Sie gehen möchten. Vielleicht
hört es sich wie Therapie an – nein, das ist es aber nicht. Es ist vielmehr
wie im Yoga: ich kann Yoga als reine Körperübungen auffassen und in den
Asanas „steckenbleiben“ - schön für den Körper. Ich kann das Pranayama
dazunehmen (Prana ist sehr ähnlich dem Ki, es sind also nicht reine
Atemübungen, sondern „Übungen“, das Prana/Ki als Energiefluss
wahrzunehmen, die Energie, die durch alles und in allem fließt) – so
erweitert sich mein Wahrnehmungshorizont schon sehr viel mehr, da ich
meinen Lebensprozessen begegne. Gehe ich weiter mit den Sieben
Schritten nach Patanjali (der eigentlichen Grundlage des modernen Yoga),
verändert jeder Schritt mein Leben ein Stück weit in Richtung Erkennen
…. - Diese Erfahrungen sind im Yoga, wie im Shiatsu ähnlich: es geht nie und
nie um das Ego. Sondern darum, dass ich mich in dieser Welt so
verändern kann, dass ich wahrhaftig, authentisch, aus meinem
eigentlichen Wesen heraus agieren (und nicht immer nur reagieren)
kann, Lebendigkeit gestalten kann. Dass sich mein
Wahrnehmungshorizont erweitert, dass ich bei aller Vergänglichkeit
weiß, dass ich weit mehr bin, als nur „das kleine Egolicht“, das
irgendwann erlischt.
Für mich war zu Beginn des Shiatsu Weges der Gedanke da: sehr interessant,
kann ich als Baustein für meine Arbeit in der Praxis einsetzen.
Mittlerweile ist immer deutlicher das Bewusstsein dafür da, wie sehr das
Denken, die Idee hinter dem Yoga, Shiatsu, genauso auch der Osteopathie und
guten Physiotherapie so ähnlich und so wichtig ist: den Menschen „wahr“-
nehmen, der zu uns zur Behandlung kommt. Die „Wahr“-nehmung des
Physischen, des Seelischen, des Energetischen, wenn es gut läuft, des
„Wesentlichen“ des Menschen.
Das ist mein Prozess der Veränderung, des Praktizierens, der Wahrnehmung,
der Synthese der Ideen, der Energien, der Gestalt annimmt in meiner Arbeit.
Prozesse gehen weiter, bedeuten Veränderung, sind Wege, Möglichkeiten. Es
gibt kaum spannenderes, als diese Möglichkeiten zu versuchen, zu versuchen,
diese Wege zu gehen, Veränderungen zu wagen, nicht das Ziel, nicht das
Erreichen als die Möglichkeit zu sehen, sondern die Wege zu gehen, Prozesse zu
wagen und diese wahrzunehmen, die Veränderungen zu spüren, Wahrnehmung
zu erweitern, zuzulassen, Wesentliches zu entdecken, sich ausdehnen …..
